Neomoderne

Am Sonntag, den 16.09.2018, findet das letzte Panel statt. Dieses hat eine etwas andere Form als die ersten beiden, denn es besteht aus insgesamt vier Vorträgen: zunächst wollen wir die Frage diskutieren, ob das postmoderne Zeitalter durch ein neues Paradigma ersetzt wird, und worin dieses bestehen könnte. Dann wird es zwei gleichzeitige Vorträge geben, die sich mit verschiedenen Teilaspekten eines möglichen neomodernen Programms auseinandersetzen. Zuletzt wird es praktisch, denn wir wollen mit euch über konkrete Politik und strategische Fragen diskutieren.

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10:30 – 12:00 Das neomoderne Programm

Ist die Postmoderne vorbei? Gibt es wieder eine Zukunft? Ist es möglich, der Moderne ein Update zu verschaffen, das die historischen Verfehlungen der klassischen Moderne vermeidet? Kann der universalistische, rationale Anspruch der Moderne gerettet werden, und zugleich die Kritik postmoderner Strömungen, etwa an Autoritarismus, fehlender Reflexion und Exklusion gewissenhaft reflektiert werden? Diese Fragen wollen wir gemeinsam diskutieren.

12:30 – 14:00 Kunst – Richtung – Zukunft

Kunst… Im 21. Jahrhundert sind wir in einer Zeit angekommen, da das alles tangierende Diktum des „everything goes“ auch in der Kunstwelt postmoderne Ansichten katalysiert und Hoffnungsvolle betäubt. Die einstigen Überzeugungen der ästhetischen Avantgarde ersticken im unwissenschaftlichen Relativismus und die Idee der weltverändernden Kunst wird unreflektiert durch den matten Rückspiegel belächelt. Wir wollen uns mit der Frage beschäftigen, wie eine zukunftsgerichtete Kunst aussehen kann. Wie kann Kunst Bedeutungsträger sein? Wie bildet sie uns? Warum brauchen wir sie?

12:30 – 14:00 Humanisierung der Natur oder Flucht vor der Vernunft

Während unter Schlagwörtern wie „Ökologie“ oder „Naturschutz“ Angst,
Krise und sogar Lust an der Katastrophe schwingen, Technologie fast
universell als Hybris der Menschheit akzeptiert wird, die ihren
baldigen Untergang besiegelt, wachsen die technischen Möglichkeiten
gerade für den menschenwürdigen, nicht zerstörerischen Stoffwechsel mit
der Natur. Die Linke entwaffnet sich jedoch selbst, wenn sie dieses
Potential in der Entwicklung der Produktivkräfte nicht zumindest prüft.
Wie anhand der Feindschaft gegen Biotechnologie zu zeigen ist, verfällt
diese Linke in antimoderne Ressentiments, mit einer Verherrlichung von
Scholle, Heimat und Unmittelbarkeit, die einen völkischen Romantiker zu
Tränen gerührt hätte. So bleibt ihr nur die Option, als ökologisch
reaktionäre Splittergruppe in die Isolation zu gehen, oder von der
Staatskunst überrollt zu werden.

15:00 – 16:30 Plädoyer für eine prometheische Politik

Wenn ein neomodernes Projekt die Apathie des kapitalistischen Realismus überwinden soll, muss die Zukunft zurückerobert werden. Dafür braucht es eine Neuorientierung progressiver Politik. Im letzten Vortrag des Workshops werden wir einen Vorschlag präsentieren, wie eine politische Praxis aussehen könnte, die wieder in die Offensive geht und Hoffnung schafft, statt wie die gegenwärtige Linke in einem Sumpf aus Pessimismus und Abwehrkämpfen zu versinken.