Antimoderne

Ebenfalls am Samstag, den 15.09.2018 werden wir uns der Gegenbewegung zum Modernismus zuwenden: der Antimoderne. Wir werden uns dabei vor allem auf jene Kritik an dem „seelenlosen Materialismus“ der Moderne und Aufklärung fokussieren, die von rechter Seite aus formuliert wurde. Doch auch der linke Postmodernismus, der von Autoren wie Jean-François Lyotard (das postmoderne Wissen) und Jacques Derrida (Grammatologie) vertreten wird, darf nicht allzu kurz kommen.

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16:30 – 18:00 Gegenstoß: die Antimoderne

Im 20. Jahrhundert geriet das fortschrittsoptimistische Denken des Modernismus in eine Krise. Kriege, Krisen und gebrochene Versprechen diskreditierten nicht nur die „großen Erzählungen“ von Liberalismus und Sozialismus, sondern erschütterten auch den Glauben an Vernunft, Wissenschaft und Technologie. Antimoderne Weltanschauungen wie der Faschismus gewannen an Boden – mit fatalen Konsequenzen.

18:30 – 20:00 Antimodernismus in der Medizin

Warum gibt es vermehrt antimodernes Denken in der Medizin, und welche Auswirkungen hat diese Entwicklung? Welche Pseudoargumente stecken hinter der „Alternativmedizin“ und wie kann diesen begegnet werden? Diese Fragen werden anhand der Beispiele Homöopathie, ImpfgegnerInnen und Konzepten der Anthroposophie sowie „Neuer Germanischen Medizin“ diskutiert.

18:30 – 20:00 Moderne Antimoderne? – Mengele, von Braun, Morell

Bei Indiana Jones jagen sie den Heiligen Gral, in Marvel-Filmen haben wir sie als „Hydra“ kennengelernt: Nazi-WissenschaflerInnen, die – sadistisch, irrsinnig und vom Okkulten besessen – mit seriöser Forschung nichts gemein haben.

Auch von wissenschaftlicher Seite (z.B. Eric Kurlander; 2017) wird antimodernes Denken, bzw. „supernatural thinking“, als Grundströmung des Nationalsozialismus untersucht.